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Grundsteuerbescheide verstehen: So prüfen Eigentümer ihre Bescheide richtig

, Andreas Giebel

Eigentümer erhalten im Zuge der Grundsteuerreform mehrere Bescheide, die leicht verwechselt werden. Entscheidend ist zu wissen, welcher Bescheid was regelt, welche Angaben geprüft werden müssen und wo Fehler auftreten können. Dieser Leitfaden erklärt die Grundsteuerbescheide verständlich und praxisnah.

Welche Grundsteuer-Bescheide gibt es?

Eigentümer erhalten in der Regel einen Grundsteuerwertbescheid, einen Grundsteuermessbescheid und später den Grundsteuerbescheid der Gemeinde. Jeder Bescheid hat eine andere Funktion und eine eigene Einspruchsfrist.

BescheidWer erlässt ihn?Zweck
GrundsteuerwertbescheidFinanzamtLegt den steuerlichen Wert des Grundstücks fest
GrundsteuermessbescheidFinanzamtBerechnet den Messbetrag aus dem Grundsteuerwert
GrundsteuerbescheidGemeindeSetzt den zu zahlenden Betrag fest

 

 

Der Grundsteuerwertbescheid – der wichtigste Bescheid

Der Grundsteuerwertbescheid ist die zentrale Grundlage der neuen Grundsteuer. Alle weiteren Berechnungen bauen auf ihm auf. Fehler in diesem Bescheid wirken sich daher dauerhaft auf die Höhe der Grundsteuer aus.

Was regelt der Grundsteuerwertbescheid?

Der Grundsteuerwertbescheid legt den steuerlichen Wert des Grundstücks zum Hauptfeststellungszeitpunkt fest. Dieser Wert ist kein Marktwert, sondern ein Bewertungswert nach dem Bewertungsgesetz.

Diese Angaben sollten Eigentümer prüfen

Checkliste:

✅ Grundstücksfläche: 
Stimmt die angegebene Fläche mit dem Grundbuch überein? 
Ihre Grundstücksfläche finden Sie oft noch in den Infoportalen der einzelnen Bundsländer
mein-grundsteuerwert.de/blog/infoportal-der-einzelnen-bundeslaender

✅ Bodenrichtwert: 
Wurde der richtige Bodenrichtwert für Lage und Stichtag verwendet? 
Auch Bodenrichtwerte auf den Stichtag 01. Januar 2022 finden Sie noch in den Infoportalen der einzelnen Bundsländer 
mein-grundsteuerwert.de/blog/infoportal-der-einzelnen-bundeslaender                   

✅ Gebäudeart: 
Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Eigentumswohnung korrekt erfasst?

✅ Wohn- und Nutzfläche: 
Sind alle Flächen korrekt angesetzt?
Wie die Wohnfläche richtig ermittelt wird erklären wir hier
mein-grundsteuerwert.de/blog/ermittlung-der-wohnflaeche-fuer-die-grundsteuererklaerung

✅ Baujahr: 
Richtig angegeben?
Wie sich das Baujahr auf den Grundsteuerwert auswirkt haben wir hier erklärt
mein-grundsteuerwert.de/blog/wie-sich-das-baujahr-bei-wohngrundstuecken-auf-den-grundsteuerwert-auswirkt

✅ Bundesland / Bewertungsmodell: 
Wurde das zutreffende Landesmodell angewendet?

Bereits kleine Abweichungen können den Grundsteuerwert spürbar erhöhen.

Typische Fehler im Grundsteuerwertbescheid

❌ Zu hohe Wohnfläche

❌Falscher Bodenrichtwert

❌ Unzutreffende Gebäudeart

❌ Besonderheiten wie Leerstand oder schlechter Zustand nicht berücksichtigt

Hinweis: Die Fehler können häufig auch nach Ablauf der Einspruchsfrist berichtigt werden:
mein-grundsteuerwert.de/blog/wie-sie-jetzt-falsche-grundsteuerbescheid-berichtigen-koennen

Der Grundsteuermessbescheid

Der Grundsteuermessbescheid baut auf dem festgestellten Grundsteuerwert auf. Er enthält den sogenannten Messbetrag.

Was bedeutet das für Eigentümer?

Der Messbetrag wird rechnerisch aus dem Grundsteuerwert und der gesetzlich festgelegten Steuermesszahl ermittelt. Eigene Bewertungsfehler sind hier selten.

Was sollte geprüft werden?

✅ Ist der Grundsteuerwert korrekt übernommen?

✅ Wurde die richtige Steuermesszahl angewendet?

Wenn der Grundsteuerwert korrekt ist, ist auch der Messbetrag in der Regel richtig.

Der Grundsteuerbescheid der Gemeinde

Den Grundsteuerbescheid verschickt die Gemeinde. Er enthält den tatsächlich zu zahlenden Betrag.

Wichtig zu wissen

Die Gemeinde darf den Grundsteuerwert nicht ändern. Sie wendet lediglich ihren Hebesatz auf den Messbetrag an.

Prüfpunkte für Eigentümer

✅ Wurde der richtige Messbetrag verwendet?

✅ Stimmt der kommunale Hebesatz?

✅ Ist das Grundstück korrekt zugeordnet?